Team diskutiert vor einem Whiteboard mit Notizen

Philosophie einer nüchternen, überprüfbaren Informationspraxis

Handlung vor Theorie

Im Zentrum steht der Gedanke, dass Informationskompetenz eine überprüfbare Handlungspraxis ist, keine abstrakte Tugend. Yoreloomieon arbeitet deshalb mit konkreten Schritten: Suchbegriffe planen, Quellen prüfen, Unsicherheit markieren, Entscheidungen dokumentieren. Jedes Element wird so gestaltet, dass es im beruflichen Alltag wiederholt werden kann, ohne Spezialwissen vorauszusetzen.

Realistische Fälle

Statt auf spektakuläre Beispiele zu setzen, nutzt die Philosophie von Yoreloomieon ruhige, realistische Fälle. Sie spiegeln typische Situationen in Schweizer Organisationen wider: Zeitdruck, widersprüchliche Quellen, begrenzte Datenlage. So lernen Teilnehmende, mit genau den Spannungen umzugehen, die sie bereits kennen – nur strukturierter und bewusster.

Gemeinsame Praxis

Informationskompetenz wird hier als gemeinsame Aufgabe verstanden. Modelle und Materialien sind so angelegt, dass Teams sie teilen, diskutieren und weiterentwickeln können. Ziel ist nicht, einzelne Expertinnen abzuheben, sondern eine kollektive Praxis zu etablieren, in der gute Fragen wichtiger sind als schnelle Antworten.

Der Lernweg in fünf Schritten

Die Methodik folgt einem klaren Bogen: Zuerst wird der aktuelle Umgang mit Informationen sichtbar gemacht, dann werden Modelle eingeführt, anschliessend in eigenen Fällen erprobt und schliesslich in feste Abläufe überführt.

Bestehende Routinen transparent machen

Zu Beginn wird erhoben, wie Teilnehmende aktuell recherchieren, welche Quellen sie bevorzugen und wie sie Unsicherheit handhaben. Kurze Selbstchecks, Gesprächsimpulse und kleine Aufgaben machen Routinen sichtbar. Ziel ist keine Bewertung, sondern ein nüchternes Bild des Ist-Zustands, das später als Referenz dient.

Wie Yoreloomieon arbeitet

Die Methodik von Yoreloomieon verbindet strukturierte Modelle, aktive Fallarbeit und wiederkehrende Reflexion. Informationskompetenz wird so Schritt für Schritt aufgebaut: von der Diagnose bestehender Routinen über klar definierte Prüfschritte bis zur Verankerung in Teamabläufen.
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Ausgangslage klären

Am Anfang steht eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie wird derzeit recherchiert, geprüft und dokumentiert – und wo führt das zu Spannungen im Alltag.

Ziele der Methodik

Ziel ist es, den Ausgangspunkt nüchtern zu erfassen, ohne vorschnell zu bewerten. So wird sichtbar, wo bereits tragfähige Routinen bestehen und wo Unsicherheiten oder Lücken die Arbeit erschweren.

Vorgehen im Detail

Gemeinsam mit den Beteiligten werden typische Informationssituationen gesammelt: Recherchen für Berichte, Entscheidungen unter Zeitdruck, Umgang mit widersprüchlichen Quellen. Diese Beispiele werden strukturiert beschrieben, um Muster zu erkennen. Anschliessend werden erste Hypothesen formuliert, welche Elemente der Informationspraxis gestärkt werden sollten.

Arbeitsweise

Yoreloomieon nutzt strukturierte Fragen, kurze Selbstchecks und ausgewählte Beispiele, um den Ist-Zustand zu beleuchten. Dabei werden konkrete Situationen gesammelt, in denen Online-Informationen eine zentrale Rolle spielen. Die Ergebnisse werden zusammengefasst und dienen als Referenz für spätere Schritte.

Hilfsmittel

Einfache Erhebungsbögen, Reflexionsfragen und Gesprächsleitfäden helfen, Routinen sichtbar zu machen, ohne sie vorschnell zu bewerten.

Ergebnisse im Blick

Zu Beginn entsteht ein klares Bild der bestehenden Recherche- und Dokumentationspraxis: typische Informationsquellen, übliche Suchwege, verbreitete Abkürzungen. Daraus werden eine Zielskizze und erste Prioritäten für die weitere Zusammenarbeit abgeleitet.

Programmleitung Yoreloomieon
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Gemeinsamen Rahmen schaffen

Im zweiten Schritt entsteht ein klares Gerüst, an dem sich alle weiteren Aktivitäten orientieren: zwei zentrale Modelle und eine gemeinsame Begriffsbasis.

Ziele der Methodik

Ziel ist, eine geteilte Sprache zu schaffen, mit der über Recherchewege, Quellenqualität und offene Fragen gesprochen werden kann, ohne sich in Einzelmeinungen zu verlieren.

Vorgehen im Detail

Die Modelle werden in kleinen Portionen erläutert und sofort an realen Situationen getestet. Teilnehmende markieren, welche Elemente sie bereits intuitiv nutzen und wo neue Perspektiven entstehen. So wird der Rahmen nicht nur erklärt, sondern aktiv mit bestehender Praxis verknüpft.

Arbeitsweise

Yoreloomieon stellt die Modelle schrittweise vor, verknüpft sie mit konkreten Beispielen und lässt Teilnehmende eigene Fälle zuordnen. Begriffe werden präzise definiert, damit Missverständnisse früh sichtbar werden. Der Rahmen bleibt bewusst schlank, um im Alltag anwendbar zu bleiben.

Hilfsmittel

Visualisierungen, kompakte Übersichten und Anwendungsbeispiele unterstützen das Verständnis und erleichtern die spätere Nutzung in Besprechungen.

Ergebnisse im Blick

Auf Basis der Bestandsaufnahme wird ein gemeinsamer Rahmen eingeführt: das Modell Quellenkompass zur Quellenbewertung und das Klarheitsdreieck zur Einordnung von Informationslage, Entscheidung und Unsicherheit.
Fachteam Yoreloomieon
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Eigene Fälle bearbeiten

Im dritten Schritt werden Modelle zur gelebten Praxis: Echte Fälle werden mit klaren Prüfschritten bearbeitet und dokumentiert.

Ziele der Methodik

Ziel ist, die Modelle in echten Situationen zu erproben und zu prüfen, ob sie unter realem Druck tragfähig bleiben und klare Entscheidungen unterstützen.

Vorgehen im Detail

Die Gruppen arbeiten in ruhigen, klar umrissenen Phasen: Recherche planen, Informationen sammeln, prüfen, dokumentieren, reflektieren. Zwischendurch werden kurze Haltepunkte gesetzt, um Annahmen sichtbar zu machen und blinde Flecken zu markieren.

Arbeitsweise

Teilnehmende wählen eigene Fragestellungen, planen Suchstrategien, prüfen Quellen mit dem Quellenkompass und halten Unsicherheiten im Klarheitsdreieck fest. Yoreloomieon begleitet mit gezielten Fragen, greift jedoch nur lenkend ein, wo Strukturen verloren gehen.

Hilfsmittel

Arbeitsblätter, digitale Vorlagen und einfache Checklisten strukturieren die Bearbeitung, ohne zusätzliche technische Hürden aufzubauen.

Ergebnisse im Blick

Konkrete Dokumentationen von Recherchewegen, Quellenbewertungen und Entscheidungsgrundlagen, die an realen Fällen aus dem beruflichen Umfeld erarbeitet wurden.

Teilnehmende mit Begleitung
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Praxis verankern

Zum Abschluss wird der Übergang in den Alltag gestaltet: aus Modellen und Übungen werden bewusst gewählte Routinen und Standards.

Ziele der Methodik

Ziel ist, aus einzelnen Übungen eine dauerhafte Praxis zu formen, die in Teams und Organisationen Bestand hat und weiterentwickelt werden kann.

Vorgehen im Detail

Gemeinsam werden Leitfragen entwickelt: Welche Prüfschritte sind in jedem Fall nötig, welche nur bei heiklen Themen, wer entscheidet im Zweifel. Die Antworten werden in knappen, verständlichen Dokumenten festgehalten und regelmässig überprüft.

Arbeitsweise

Yoreloomieon moderiert eine strukturierte Auswertung: Was hat in den Fallarbeiten getragen, was war zu aufwendig, wo braucht es Anpassung. Daraus entstehen konkrete Vereinbarungen und nächste Schritte, die an bestehende Abläufe anknüpfen.

Hilfsmittel

Einfache Protokollvorlagen, Entscheidungsbäume und Leitfäden unterstützen dabei, die vereinbarten Schritte festzuhalten und zugänglich zu machen.

Ergebnisse im Blick

Gemeinsam entwickelte Empfehlungen, wie Informationsarbeit künftig im Alltag verankert wird: Zuständigkeiten, minimale Standards und einfache Routinen für Recherche, Prüfung und Dokumentation.

Teamverantwortliche
Warum dieser Ansatz

Wie sich dieser Ansatz von passivem Konsum unterscheidet

Diese Methodik geht von einer klaren Beobachtung aus: Informationskompetenz wächst nicht durch Vorträge, sondern durch eigenes Ringen mit echten Fällen. Yoreloomieon setzt daher auf strukturierte Modelle, aktive Fallarbeit und präzise Rückmeldungen. So werden Suchwege, Faktenprüfung und Dokumentation nicht nur erklärt, sondern im beruflichen Kontext eingeübt und reflektiert.

Aktive Fallarbeit statt Zuhören

Klassische Vorträge hinterlassen oft wohlklingende Begriffe, aber wenig greifbare Praxis. Yoreloomieon setzt auf aktive Fallarbeit: Teilnehmende bringen eigene Fragestellungen mit, wenden den Quellenkompass an und dokumentieren jeden Schritt. So wird sichtbar, wie Suchbegriffe gewählt, Quellen gewichtet und Unsicherheiten festgehalten werden. Die Methode zwingt dazu, Entscheidungen zu begründen, statt sie nur zu fühlen. Dadurch prägt sich der Ablauf ein und lässt sich später im Alltag wiederholen.

Strukturierte Modelle statt Einzeltricks

Lose Tipps zur Recherche bleiben selten haften. Der Ansatz von Yoreloomieon bündelt zentrale Elemente in klaren Modellen wie dem Quellenkompass und dem Klarheitsdreieck. Diese Strukturen geben Halt: Sie zeigen, welche Prüffragen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind und wie Herkunft, Inhalt und Kontext einer Quelle zusammenspielen. Statt sich auf Intuition zu verlassen, entsteht eine nachvollziehbare Routine, die auch unter Zeitdruck trägt und von Teams gemeinsam genutzt werden kann.

Wiederholte Schleifen statt Einmalübung

Einmaliges Üben erzeugt oft nur den Eindruck von Sicherheit. Die Methodik arbeitet deshalb mit wiederkehrenden Schleifen: recherchieren, prüfen, dokumentieren, reflektieren. Jede Runde legt neue blinde Flecken frei und macht Fortschritte sichtbar. Durch diesen Rhythmus verankern sich Prüffragen im Alltag, ohne dass zusätzliche Komplexität entsteht. Informationskompetenz wird zu einer wiederholbaren Praxis, nicht zu einem einmaligen Projekt.

Gemeinsame Auswertung statt Einzelarbeit

Individuelle Recherche bleibt oft unbemerkt, bis Fehler auftreten. Yoreloomieon setzt bewusst auf gemeinsame Auswertung: Teams vergleichen ihre Recherchewege, diskutieren Quellenbewertungen und halten Unterschiede fest. So wird deutlich, wo gemeinsame Standards fehlen und welche Annahmen unausgesprochen bleiben. Die Methode stärkt nicht nur einzelne Personen, sondern auch die kollektive Urteilsfähigkeit einer Organisation.

Transparente Unsicherheit statt Scheinpräzision

Viele Ansätze versprechen Sicherheit, wo in Wahrheit Unsicherheit bleibt. Diese Methodik betont den bewussten Umgang mit offenen Fragen: Widersprüche werden markiert, Lücken benannt und in der Dokumentation sichtbar gehalten. So entsteht eine Kultur, in der nicht die lauteste Quelle gewinnt, sondern die am besten geprüfte. Entscheidungen werden nüchterner, weil klar ist, was bekannt ist – und was nicht.
Stimmen zur Methodik

Wie die Methodik in der Praxis erlebt wird

Programmleitung Informationskompetenz
In vielen Organisationen wird Informationskompetenz implizit vorausgesetzt, aber kaum benannt. Die Methodik von Yoreloomieon dreht dieses Verhältnis um: Zuerst wird sichtbar gemacht, wie Entscheidungen heute getroffen werden, erst danach werden Modelle eingeführt. Diese Reihenfolge ist anstrengend, weil sie blinde Flecken offenlegt, aber genau deshalb wirksam. Sie zwingt dazu, Annahmen zu prüfen, statt sie zu wiederholen.
Rückblick 2025
    Dr. Katharina Meier
    Programmleitung Informationskompetenz bei Yoreloomieon
Teams kommen oft mit dem Wunsch nach einer schnellen Checkliste. In der Arbeit zeigt sich dann, dass es weniger um eine Liste geht, sondern um eine gemeinsame Haltung: Welche Quellen gelten als belastbar, wie gehen wir mit Unsicherheit um, was dokumentieren wir. Die Methodik von Yoreloomieon schafft einen Rahmen, in dem diese Fragen ruhig, aber konsequent geklärt werden können.
Martin Schmid Leiter operative Umsetzung Informationsprozesse

Methodik im eigenen Kontext prüfen

Die hier beschriebene Methodik verlangt Aufmerksamkeit, aber keine perfekten Vorkenntnisse. Wer bereit ist, eigene Recherchewege offen zu legen, kann mit dem Modell Quellenkompass, dem Klarheitsdreieck und wiederkehrenden Reflexionsschleifen eine belastbare Informationspraxis aufbauen. Ergebnisse may vary – entscheidend ist, dass der Weg von der Suchanfrage bis zur Entscheidung sichtbar wird und kritischen Fragen standhält.